Warum Linux?

 

          Fünf Gründe, warum es sinnvoll ist, auf Linux umzusteigen.

  • Mehr Möglichkeiten für weniger Geld.
    Windows ist in der Anschaffung um ein Vielfaches teurer als Linux. Und hat man das MS-Betriebssystem dann erst mal gekauft, braucht man schließlich noch Programme – für die die Redmonder am liebsten noch mal satt kassieren möchten. Linux hingegen ist grundsätzlich kostenlos – man kann aber auch CD-Pakete von verschiedenen Herstellern ordern (kosten zwischen 60 und 80 Euro).
  • Sicherheit.
    Ich finde, daß ein Computer, auf dem man persönliche Daten speichert, ein Mindestmaß an Sicherheit bieten muß. Microsoft tönt zwar immer, wie pflegeleicht und sicher Windows sei – de facto muß man das System aber mindestens einmal monatlich updaten. Sieht man sich die Beschreibungen der Patches (Reparaturprogramme) an, die Microsoft am Patch-Day veröffentlicht, werden mindestens ein bis drei äußerst gravierende Sicherheitslücken behandelt, die Angriffe von außen ermöglichen – und das jeden Monat! Um einen Windows-Rechner sicherer zu machen, benutzen viele Anwender zusätzliche Software: Virenscanner und sogenannte “Firewalls”, die ggf. weitere Kosten und zusätzlichen Wartungsaufwand verursachen. Die Sicherheit, die sie bieten, ist allerdings eher trügerisch.

    In der Vergangenheit hat sich die Verwundbarkeit von Win32-Systemen immer wieder gezeigt – so reichte es 2003 aus, einfach nur online zu sein (ohne z.B. zu Surfen), und Schädlinge wie der Blaster-Wurm konnten sich durch offene Hintertürchen unbemerkt auf dem System einnisten. Microsoft brauchte acht Monate, um die Sicherheitslücke endgültig zu beheben. Daß Windows ein Rundum-sorglos-System ist, ist definitiv ein Marketing-Märchen, wie Millionen von trojaner- und wurmverseuchten Zombie-PC’s zeigen. Schuld ist nicht “das böse Internet”, sondern schlecht konzipierte Software wie z.B. der Internet Explorer (sie meine Browserberatung).

    Linux bietet ein deutliches Plus an Sicherheit, weil die Quelltexte der Programme offen sind – jeder interessierte Programmierer kann sich ansehen, womit er arbeitet und muß sich nicht (wie bei MS) mit der Katze im Sack begnügen. Mehr Augen sehen eben auch mehr Fehler – und können sie schneller korrigieren. Der Erfolg des Open-Source-Browsers Firefox ist ein gutes Beispiel dafür, daß offene Software ein Plus an Sicherheit bietet. Linux basiert auf dem selben Entwicklungsprinzip wie Firefox.

    Windows ist nicht zuletzt auch wegen seiner großen Verbreitung ein beliebtes Angriffsziel – wer eine Sicherheitslücke findet, kann sie dank der weltweiten Betriebssystem-Monokultur sehr lohnend via Internet ausnutzen. Linux ist von dieser Problematik nicht betroffen – denn es gibt nicht nur ein Linux, sondern weit über 20 Distributionen, die alle unterschiedlich zusammengesetzt sind. Vielfalt ist gut gegen Schädlinge, während Monokulturen für Viren und Schädlinge ein gefundenes Fressen sind – das weiß jeder Bau…, – ähm – Landwirt.

  • Kompatibilität.
    Während Microsoft seit Jahren versucht, seine eigenen Formate als Quasi-Standards durchzusetzen, basieren Linux-Anwendungen auf offenen Standards. Der Austausch von Dateien, der durch das Internet enorm an Bedeutung gewonnen hat, wird durch freie Software, die keine kommerziellen Interessen verfolgt, erleichtert und gewährleistet. Die kostenlose Office-Suite “OpenOffice.org”, die bei Linux-Usern sehr beliebt ist, beherrscht beispielsweise mehr Dateiformate als vergleichbare Windows-Anwendungen und kostet – nichts! Ein schönes Beispiel dafür, daß freie Software einen wichtigen Beitrag im Hinblick auf Innovationen und Benutzerfreundlichkeit leistet. Windows-Dokumente können von OpenOffice.org übrigens trotzdem problemlos verarbeitet werden.
  • Benutzerfreundlichkeit.
    Lange Zeit sagte man Linux nach, es sei nur etwas für Freaks und Computer-Experten. Das stimmt heute nicht mehr. Linux ist (dank den grafischen Oberflächen wie KDE oder Gnome) ein sehr übersichtliches und benutzerfreundliches System, wie das Bildschirmfoto am Anfang dieser Seite zeigt.
  • Linux ist stabil, effektiv und alltagstauglich.
    Im Zeitalter knapper Kassen stellt auch die öffenliche Verwaltung mehr und mehr auf das freie Betriebssystem um: Die Stadt München beschloß, 14.000 Microsoft-Computer auf Linux umzustellen. Die Städte Wien, Mühlheim an der Ruhr, Schwäbisch Hall, Isernhagen, Treuchtlingen und viele andere Verwaltungsbehörden sind den gleichen Weg gegangen. Linux ist längst alltagstauglich geworden und wird zunehmend auch in Unternehmen eingesetzt (siehe u.a. IBM oder die Deutsche Bahn AG), um Kosten zu sparen und die Effektivität zu steigern. Linux-Kenntnisse werden deshalb für die berufliche Qualifikation und Entwicklung zunehmend eine Rolle spielen.

    Der Landesrechnungshof Mecklenburg-Vorpommern stellte seine IT-Infrastruktur auf Linux um. Fazit: “Ein erster Erfolg war, dass einige ‘Poweruser’ nach kurzer Zeit mitteilten, dass es nun tatsächlich stabiler und schneller gehe. Sie bestätigten, dass die Aufgaben nach einer Zeit der Eingewöhnung genauso gut oder zum Teil sogar noch besser zu lösen waren als vorher.”

          Ich kenne mich mit Computern nicht so gut aus – ist Linux auch was für mich?

Ja. Gerade wenn Sie sich nicht so gut auskennen, werden Sie mit Windows große Sicherheitsprobleme bekommen. Das habe ich im Bekanntenkreis oft genug beobachtet. Plötzlich wird der Rechner langsam, die Internetverbindung reißt immer wieder von alleine ab – typische Anzeichen dafür, daß die Kiste bis unters Dach mit Viren verseucht ist und diese auch noch über das Netz weiterverbreitet.

Sicher werden Sie als völlig ungeübter Anwender für die Einrichtung eines Linux-Systems Hilfe benötigen – und vermutlich auch später von Zeit zu Zeit. In diesem Fall würde ich den neuen Rechner nicht im Supermarkt oder online beim Geiz-Discounter kaufen, sondern im freundlichen Computerladen um die Ecke. Fragen Sie nach Linux und ob dafür ein Wartungsdienst angeboten wird. Summa summarum kostet Sie die Inanspruchnahme des Services nicht mehr Geld – denn Sie sparen bereits bei den niedrigeren Anschaffungskosten für die Hardware (Linux braucht für alltägliche Aufgaben wenig Rechenpower) und durch die geringen Kosten für das Betriebssystem. Lieber ein funktionierender Linux-Computer als ein vermeintlich günstiger Windows-PC von der Stange, der wegen mangelnder Wartung nach einem halben Jahr nicht mehr einsatzfähig ist.

Wie könnte der Umstieg auf Linux konkret aussehen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten:

  1. Für totale Skeptiker
    Wem freie Software grundsätzlich suspekt ist (“weil ja nur gut sein kann wofür man viel Geld bezahlt”), dem kann ich folgendes Empfehlen: Testen Sie freie Software anhand einzelner Programme. Es muß ja nicht gleich der Umstieg auf ein freies Betriebssystem sein. Machen Sie Bekanntschaft mit dem freien Webbroser Firefox oder der freien Office-Suite OpenOffice.org. Diese Programme sind nicht an ein bestimmtes Betriebssytem gebunden – Sie können damit sowohl unter Windows als auch unter Linux arbeiten. Und das natürlich kostenlos.
    Wenn Sie sich von der Qualität freier Software überzeugt haben, können Sie ja noch mal neu über den Umstieg auf Linux nachdenken.
  2. Linux von einer Live-CD testen, ohne zu installieren
    Das ist die einfachste Möglichkeit, mal unverbindlich in Linux reinzuschnuppern: Knoppix ist eine Linux-Variante (Distribution), die ohne Installation von einer CD aus läuft. Einfach einlegen, Rechner neu starten, Linux testen. Dabei kann man auch gleich sehen, ob z.B. die Grafikkarte von Linux unterstützt wird. Das ursprüngliche System wird dadurch nicht verändert – nimmt man die CD wieder raus und startet den Rechner neu, ist alles wie vorher. Auch andere Distributoren wie z.B. SuSE bieten übrigens solche kostenlosen Live-CDs an.
  3. Linux auf separatem Zweitrechner installieren
    Ich hatte sowieso vor, mir einen neuen Rechner zu kaufen. Während ich meine Arbeiten auf dem alten Rechner erledigt habe, konnte ich ohne Streß nebenher das neue Linux-System aufbauen. Als alles wunschgemäß lief, habe ich dann meine Dateien vom alten Rechner via Netzwerkverbindung auf den neuen Rechner übertragen – und fertig war mein neuer Linux-Lieblingsrechner. Es muß übrigens nicht der neueste Rechenknecht sein – vielleicht steht bei Ihnen noch ein alter Rechner rum, der nicht mehr gebraucht wird? Das wäre doch eine ideale Testmöglichkeit …
  4. Linux als zweite, parallele Installation auf der Windows-Platte
    Linux läßt sich parallel neben Windows auf dem selben Rechner installieren (vorausgesetzt, die Festplatte bietet genügend Platz). Mit Hilfe einer Bootdiskette oder einem Bootmanager kann man dann beim Hochfahren wählen, ob man Windows oder Linux starten will. So hat man ebenfalls zwei Systeme zur Verfügung und kann sich in aller Ruhe mit Linux vertraut machen. Das war auch meine erste Bekanntschaft mit Linux (damals SuSE 6.4). Infos zur parallelen Installation bietet das entsprechende Handbuch der Linux-Distribution.
  5. Linux als einziges Betriebssystem
    Das ist das eigentliche Ziel: Endlich alle Taue zu Windows zu kappen und aufzubrechen in die neue Welt von Linux und OpenSource. Es ist sehr angenehm, mit einem sicheren und stabilen System zu arbeiten – und mir macht es riesig Spaß, meinen Linuxrechner immer mehr an mich und meine persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Ein schönes Gefühl, sich in Freiheit und Unabhängigkeit das System so bauen zu können, wie es einem persönlich am meisten entgegenkommt. Windows war für mich nur eine Krücke zum Zweck – mit Linux verbindet mich Sympathie. So macht das tägliche Arbeiten doch gleich viel mehr Spaß.

Quelle: hradetzkys.de

 

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