Red Hat arbeitet an eigener Datenträgerverwaltung für XFS

Stratis heißt die geplante Datenträgerverwaltung, die Red Hat in Eigenregie entwickeln will. Sie soll langfristig ähnliche Funktionen bieten wie das Dateisystem Btrfs, dessen Entwicklung Red Hat jüngst aufgab. Eine erste Version soll im kommenden Fedora 28 integriert werden.

Red Hat will eine neue Datenträgerverwaltung in Eigenregie entwickeln. Stratis heißt das Projekt, das bereits im April 2017 in einem Konzeptpapier umrissen wurde. Geplant ist Stratis auf Basis des Partitionsschemas LVM (Logical Volume Manager). Stratis soll das bei Red Hat bevorzugte Dateisystem XFS um einige Funktionen erweitern, etwa Snapshots. Langfristig plant Red Hat, mit Stratis ähnliche Funktionen zu bieten wie ZFS oder Btrfs. Kürzlich gab Red Hat bekannt, seine Unterstützung für Btrfs aufzugeben.

Bereits Fedora 28, das im Mai 2018 erscheinen soll, wird Version 1.0 von Stratis mitgeliefert. Damit sollen etwa Snapshots von XFS möglich sein, ein Feature, das XFS selbst bislang nicht liefert, das bei ZFS und Btrfs aber zum Funktionsumfang gehört. Zudem soll Stratis bereits über einige Verwaltungswerkzeuge verfügen. Stratis 2.0 soll dann RAID-Funktionen mitbringen, erweiterte Zwischenspeicherfunktionen oder die Möglichkeit, Kontingente einzurichten (Quotas). Version 3.0 soll ähnliche Funktionen bieten wie ZFS, etwa Datenkompression, Verschlüsselung oder Deduplikation. Einen Zeitplan für Version 2.0 und 3.0 bleibt Red Hat noch schuldig.

Zielvorgabe für das Stratis-Projekt ist eine nahtlose Integration in Red Hats Datenspeicherverwaltung. Neben einfachen Kommandozeilenwerkzeugen soll Stratis ein umfangreiches API für die Integration in externe Datenträgerverwaltungssoftware bieten, etwa im Installationswerkzeug Anaconda. Zudem soll eine weitgehende Automatisierung möglich sein, um erweiterte Funktionen wie eine schlanke Speicherzuweisung (Thin Provisioning) auch ohne Expertenkenntnisse einzurichten. Stratis wird in Rust und Python entwickelt.

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