Intel CPU “Kaby Lake” unter Windows 7

Offiziell liefert Intel keine Windows-7-Grafiktreiber mehr für die jüngsten Prozessoren der Typenfamilien Kaby Lake (Core i3/i5/i7-7000) und Apollo Lake (Celeron J/N3400, Pentium J/N4200). Und Microsoft unterstützt Kaby Lake auch erst mit Windows 10. Doch einige Mainboard-Hersteller stellen auf ihren Support-Webseiten einen Intel-Grafiktreiber für “KBL” (= Kaby Lake) unter Windows 7 bereit, der die Versionsnummer 21.20.16.4508 trägt. Er stammt aus dem August 2016 und wird oft auch als Beta-Treiber gekennzeichnet.

Im Kurztest ließ sich dieser Intel-Treiber auf einem Asus-Mainboard mit Z270-Chipsatz und Core i3-7100 unter Windows 7 Home Premium 64-Bit problemlos installieren. Die HD-630-GPU des Prozessores steuert dann via DisplayPort auch 4K-Displays mit 60 Hz an und liefert Ton via HDMI/DP. Auch der GPU-Benchmark 3DMark 11 läuft, grundsätzlich gibt es also auch 3D-Beschleunigung via DirectX 11 oder OpenGL 4.4.

Intels Grafiktreiber-Steuerungsprogramm erkennt das Betriebssystem aber nicht als Windows 7, sondern als Windows Server 2008 R2. Möglicherweise liegt hier die Quelle des Treibers: Er könnte zur Unterstützung der integrierten GPU (IGP) von Kaby Lake in Servern gedacht sein. Auf der Intel-Webseite findet sich jedenfalls weiterhin die Aussage, Windows 7 werde nur bis Skylake unterstützt.

Es gibt noch weitere Nachteile: Gelegentlich traten Darstellungsfehler beim Skalieren von Fenstern auf, Google Chrome kann den VP9-Decoder des Core i3-7100 nicht nutzen. 4K-Videos von YouTube laufen trotzdem, aber bei über 50 Prozent CPU-Last lässt der Browser einzelne Frames aus. Auch H.265-/HEVC-Videos laufen unter Windows 7 nur mit Zusatzsoftware.

Sonst läuft fast alles

Nach der Installation aller verfügbaren Windows-7-Treiber von der Asus-Webseite erkannte der Geräte-Manager alle Komponenten des Asus Prime Z270-A und des Core i3-7100. So stellt Asus etwa auch für den neuen USB-3.1-Controller ASMedia ASM2142 einen Windows-7-Treiber bereit.

Bisher sieht es also so aus, als würden sich Kaby-Lake-Systeme auch unter Windows 7 nutzen lassen. Falls keine PS/2-Buchsen und -Eingabegeräte vorhanden sind, muss man allerdings beim Setup etwas tricksen, weil es seit Skylake keine USB-EHCI-Controller mehr gibt, sondern nur noch xHCI-Controller, für die Windows 7 keine Treiber mitbringt.

Doch auch wenn anscheinend alles Wichtige funktioniert: Offiziellen Support für Kaby Lake unter Windows 7 gibt es weder von Intel, noch von Microsoft.

Auf der ASRock-Webseite fand sich eine jüngere Treiberversion “4565”, die sich auf dem Asus-Mainboard aber nicht installieren ließ. Derzeit läuft das Windows-Update auf dem Test-Mainboard noch; außerdem wollen wir den neueren Intel-Beta-Treiber 4552 ausprobieren. Falls anschließend Probleme auftreten, ergänzen wir diese Meldung.

Windows 7 hatten wir im BIOS-Modus (Compatibility Support Module, CSM) auf eine SATA-SSD installiert; mit einer zusätzlich eingesteckten M.2-SSD mit NVMe-Controller stürzt das System mit Bluescreen ab.

Beim Abspielen von HEVC-/H.265-Videos nutzt PowerDVD 16 Ultra auch den Hardware-Decoder und verursacht deshalb bei 4K-Auflösung weniger als 10 Prozent CPU-Last auf dem Core i3-7100; HEVC-Videos mit 10 Bit pro Farbkanal für HDR laufen aber nicht.

Da Hardware-Decoder für VP9 und 10-Bit-HEVC die wesentlichen Vorteile von Kaby Lake im Vergleich zu Skylake sind, gibt es kaum einen Grund, Kaby Lake unter Windows 7 zu verwenden.

Quelle: heise.de

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