Intel Core i7-6950X: Zehn Kerne für Desktop-PCs

Zur Computex lässt Intel die Broadwell-E-Prozessoren mit sechs, acht und zehn Kernen für High-End-PCs vom Stapel.

Neue Prozessoren für Mainboards mit der Fassung LGA2011v3: Im Spitzenmodell Core i7-6950X stecken zehn CPU-Kerne mit Broadwell-Mikroarchitektur, im Core i7-6900K acht. Je sechs sind es bei Core i7-6850K und Core i7-6800K. Die vier Neulinge lösen die im August 2014 vorgestellten Haswell-E-Typen wie Core i7-5960X mit acht Kernen ab.

Im c’t-Labor setzt sich der Zehnkerner deutlich vor seinen Vorgänger und hängt alle anderen PC-Prozessoren noch weiter ab. Wer trotzdem mehr Rechenleistung benötigt, muss einen Xeon E5-2600 mit mehr als zehn Kernen und hoher Taktfrequenz kaufen. Mit den aktuellen Xeon-E5-Typen aus der Broadwell-EP-Familie ist der Broadwell-E eng verwandt.

Sowohl der Core i7-6950X als auch sein Vorgänger Core i7-5960X laufen nominell mit 3 GHz und erreichen per Turbo bis zu 3,5 GHz. Die theoretische Rechenleistung liegt beim i7-6950X also um 25 Prozent höher, weil er zwei Kerne mehr hat. Im Cinebench R15 erreicht er aber mit 1789 Punkten einen um rund 36 Prozent höheren Wert als der ältere Octo-Core. Das deutet auf Verbesserungen an der Mikroarchitektur hin, vermutlich hält der Neue aber auch höhere Turbo-Stufen länger durch.

Die nominelle Leistungsaufnahme ist mit 140 Watt Thermal Design Power (TDP) gleich geblieben. Unser Testsystem brauchte sowohl mit dem Core i7-6950X als auch mit dem i7-5960X unter CPU-Volllast rund 210 Watt. Wegen der höheren Rechenleistung ist der neue Chip also deutlich effizienter.

Im Vergleich zum schnellsten LGA1151-Prozessor, dem Skylake-Typ Core i7-6700K, liefert der Core i7-6950X fast genau die doppelte Anzahl an Cinebench-Punkten.

Turbo Boost Max Technology 3.0

Bei Single-Thread-Code liegt der Core i7-6700K weiter deutlich vorne, weil er höher taktet: im Turbo-Modus mit bis zu 4,2 GHz. Um diesen Nachteil abzumildern, hat sich Intel Turbo Boost Max Technology 3.0 für den Core i7-6950X einfallen lassen. Damit taktet ein einzelner Kern unter Windows nochmals etwas höher. Die Bedienung der Software ist aber etwas umständlich.

Plattform LGA2011v3

Auch der Chipsatz X99 entspricht weitgehend dem für Server entwickelten C612. Allerdings erlaubt Intel nur in der Kombination C612 plus Xeon typische Server-Funktionen wie ECC-Speicher. Auf vielen X99-Mainboards kann man aber alternativ auch Xeons einsetzen.

Die konkurrenzlose Performance lässt sich Intel gut bezahlen: Der Listenpreis des Core i7-6950X beträgt fast 1600 US-Dollar, liegt also knapp 60 Prozent höher als beim Achtkerner Core i7-6900K. Der kostet wiederum ungefähr dasselbe wie sein Vorgänger Core i7-5960X mit Haswell-Technik.

Die Broadwell-E-Typen laufen auf denselben Mainboards wie Haswell-E-Typen, falls das BIOS mitspielt. Praktisch alle Hersteller von X99-Mainboards haben die nötigen BIOS-Updates bereitgestellt. Manche Mainboard-Hersteller bringen anlässlich der Vorstellung des Broadwell-E auch neue X99-Boards heraus, etwa mit USB-3.1-Adapterchips.

Quelle: heise.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.